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Beiträge vom März 2007

BVerfG zu anderen Lebensformen: Gleichstellung ein Kann, aber kein Muss. Ehe angeblich besser für Kinder

17. März 2007 · Kommentar schreiben

Das Bundesverfassungsgericht führt seine Tradition fort, die Sonderstellung der Ehe im Grundgesetz als ein Kann zu begreifen. Wie auch schon bei der Entscheidung zum Lebenspartnerschaftsgesetz hat das Gericht im Urteil zur Kostenübernahme bei der Künstlichen Befruchtung formuliert, dass es dem Gesetzgeber freistehe, andere Lebensformen mit der Ehe gleichzustellen. Eine Verpflichtung nach dem Gleichheitsgrundsatz ergäbe sich jedoch nicht. Vielmehr erlaube das Grundgesetz die Priviligierung von Eheleuten.

Soweit so gut. Es ist in Deutschland also eine Sache der Politik, für die Abschaffung der Diskriminierung anderer Lebensformen einzutreten (vgl. beispielsweise Julia Seeliger von den Grünen).

Nicht verstehen kann ich jedoch die Ausführungen des Gerichts, dass die Ehe „den Kindeswohlbelangen mehr Rechnung trägt als eine nichteheliche Partnerschaft“. Dass die Ehe auf Lebenszeit angelegt sei, ist insofern Unsinn, als dass sie faktisch, wie eine nichteheliche Gemeinschaft auch, nur für den Moment gilt. Ist das gemeinsame Glück vorbei, gehen auch Eheleute vernünftigerweise getrennte Wege – dann als Ex-Eheleute.

Und durch die Eheschließung hat das Kind mehr Chancen, von beiden Eltern betreut zu werden? Was hat das mit dem Trauschein zu tun? Was sagt der Familenstand darüber aus, wer wen wie oft sieht? Kann man sich auch vorstellen, dass Nichtverheiratet sich die Kinderbetreuung teilen? Oder das Ehemänner ihre Kinder nur spätabends schlafend erleben? Das scheint mir doch arg unsinnig zu sein.

Und schließlich seien Ehegatten verpflichtet, ihre Familie zu unterhalten. Na toll. Ist nicht jeder Mensch verpflichtet, seine Kinder zu ernähren? Nun, der Unterschied scheint zu sein, dass der eine Ehepartner den anderen miternähren muss, während der eine Lebenspartner den anderen verhungern lassen darf – und das wäre auch schlecht für die Kinder. Das nehme ich an, aber darf darauf die gesamte Argumentation fußen?

Ich denke, hier wird einer rechtlichen Institution eine Bedeutung beigemessen, die sie faktisch gar nicht hat. Eine vertrauensvolle Partnerschaft ist eine stabile Partnerschaft, mit Eheversprechen genauso gut wie ohne. Das Menschenbild, von dem die Verfassungsrichter ausgehen, ist aber wohl ein anderes. Nämlich dass Menschen ihre Partnerschaften von Gesetzen und Gelübden regeln lassen statt ihr individuelles Glück zu entwickeln. Schade.

Kategorien: 1:1 · Adoption

International: tagesschau.de-Artikel zu geplantem Aufklärungsverbot an polnischen Schulen

14. März 2007 · Kommentar schreiben

Der polnische Bildungsminister Roman Giertych hat einen Gesetzentwurf vorgestellt, nach dem Lehrer, die Homosexualität im Unterricht erwähnen, mit Disziplinarmaßnahmen bis hin zur Entlassung rechnen müssen. Artikel bei tagesschau.de

Kategorien: International

SZ-Artikel über Homophobie im Hip-Hop

12. März 2007 · Kommentar schreiben

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CDU: Generalsekretär bekräftigt Diskriminierungskurs

10. März 2007 · Kommentar schreiben

Nichts Neues von den Konservativen in Fragen der Homo-Ehe. Der CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla hat den Kurs der Union bekräftigt, keine weitere Gleichstellung der Lebenspartnerschaft mit der Ehe zu unterstützen. Für diese Legislaturperiode ist also definitv Schluss mit lustig, auch wenn die Grünen das gerne anders hätten. Wann sind die nächsten Wahlen? Erst 2009? Na toll.
(via queer.de)

Kategorien: 1:1 · Bündnis '90/Die Grünen · CDU/CSU

Studien: Homo-Eltern ohne Nachteile für Kinder

9. März 2007 · Kommentar schreiben

Ich wollte eine APA-Studie zur Elternschaft von Schwulen und Lesben und die Auswirkung auf deren Kinder vorstellen. Die Überblicksstudie trägt den Titel „Lesbian and Gay Parenting“ (PDF). Nachdem der etwas längere Blogbeitrag fertig war, traten aber Probleme mit meinem Client auf, weshalb der Artikel jetzt weg ist. Und ich bin frustriert und habe keine Lust die Arbeit nochmal zu machen. Hm…

Ich möchte den Artikel trotzdem auf jeden Fall empfehlen! Man wird erkennen, wie albern es ist anzunehmen, dass Schwule und Lesben im Vergleich zu jeweils vergleichbaren Heterosexuellen schlechtere Eltern wären, oder dass die Entwicklung ihrer Kinder gestört würde! Weder bei der Selbstwahrnehmung noch im Rollenverhalten noch in der sexuellen Orientierung zeigen sich Unterschiede zu anderen Kindern. Leider haben das weite Kreise der Gesellschaft, auch in der SPD und vereinzelt selbst bei den Grünen (Antje Vollmer!), noch nicht verstanden. Möglicherweise braucht es da noch ein paar Jahre persönlicher Erfahrung und wissenschaftlicher Begleitforschung, bis der Mythos von der potenziell gestörten Entwicklung in der Homo-Familie beseitigt ist.

Kategorien: Adoption