Hier ein paar Ergebnisse aus einer heute veröffentlichten Umfrage der Europäischen Kommission, dem sogenannten Eurobarometer, zur Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung:
- EU-weit glauben 50 Prozent der Befragten, dass Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung weit verbreitet ist, 41 Prozent meinen, diese sei selten.
- 54 Prozent der Befragten glauben, dass es in ihrem Land eher ein Nachteil ist, schwul oder lesbisch zu sein, immerhin 39 Prozent glauben, es ist egal.
- 68 Prozent stimmen der Aussage zu, dass es für Homosexuelle schwierig ist, sich am Arbeitsplatz zu seiner sexuellen Orientierung zu bekennen.
Das heißt, die Wahrnehmung von Diskriminierung ist im Grunde vorhanden. Interessant wird es, wenn man sich die Ergebnisse der Studie zu den einzelnen Ländern ansieht.
- Beispielsweise ist in allen drei baltischen Staaten (die ja zuletzt nicht unbedingt positiv aufgefallen sind) der Anteil Derjenigen, die auf die Frage nach der Existenz von Diskriminierung in ihrem Land mit “Weiß nicht” anworten, recht hoch.
- Dass Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung weit verbreitet ist, glauben in Estland nur 26 Prozent.
- Dass Homosexualität in ihrem Land immer noch ein Tabu ist, glauben vor allem die Bürger Südeuropas mit Ausnahme Spaniens (z. B. Zypern 86 Prozent, Griechenland 85 Prozent, Portugal 83 Prozent).
Die Wahrnehmung von Diskriminierung Schwuler und Lesben ist im Übrigen bei Bürgern mit homosexuellen Freunden sowie bei den Jüngeren höher.
Dass Schwule und Lesben in Konkurrenzsituationen um einen Arbeitsplatz, eine Weiterbildung oder eine Beförderung schlechtere Karten haben, glauben 45 Prozent, während 44 Prozent keine Nachteile befürchten würden.
Für Maßnahmen zur Herstellung von Chancengleichheit sprechen sich 66 Prozent aus, der geringste Wert im Vergleich zu anderen Merkmalen wie Behinderung oder Alter. Jeder vierte Befragte ist gar dagegen.
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