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Beiträge vom Januar 2007

EU: Europaweite Umfrage zu Diskriminierung

23. Januar 2007 · Kommentar schreiben

Hier ein paar Ergebnisse aus einer heute veröffentlichten Umfrage der Europäischen Kommission, dem sogenannten Eurobarometer, zur Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung:

  • EU-weit glauben 50 Prozent der Befragten, dass Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung weit verbreitet ist, 41 Prozent meinen, diese sei selten.
  • 54 Prozent der Befragten glauben, dass es in ihrem Land eher ein Nachteil ist, schwul oder lesbisch zu sein, immerhin 39 Prozent glauben, es ist egal.
  • 68 Prozent stimmen der Aussage zu, dass es für Homosexuelle schwierig ist, sich am Arbeitsplatz zu seiner sexuellen Orientierung zu bekennen.

Das heißt, die Wahrnehmung von Diskriminierung ist im Grunde vorhanden. Interessant wird es, wenn man sich die Ergebnisse der Studie zu den einzelnen Ländern ansieht.

  • Beispielsweise ist in allen drei baltischen Staaten (die ja zuletzt nicht unbedingt positiv aufgefallen sind) der Anteil Derjenigen, die auf die Frage nach der Existenz von Diskriminierung in ihrem Land mit „Weiß nicht“ anworten, recht hoch.
  • Dass Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung weit verbreitet ist, glauben in Estland nur 26 Prozent.
  • Dass Homosexualität in ihrem Land immer noch ein Tabu ist, glauben vor allem die Bürger Südeuropas mit Ausnahme Spaniens (z. B. Zypern 86 Prozent, Griechenland 85 Prozent, Portugal 83 Prozent).

Die Wahrnehmung von Diskriminierung Schwuler und Lesben ist im Übrigen bei Bürgern mit homosexuellen Freunden sowie bei den Jüngeren höher.

Dass Schwule und Lesben in Konkurrenzsituationen um einen Arbeitsplatz, eine Weiterbildung oder eine Beförderung schlechtere Karten haben, glauben 45 Prozent, während 44 Prozent keine Nachteile befürchten würden.

Für Maßnahmen zur Herstellung von Chancengleichheit sprechen sich 66 Prozent aus, der geringste Wert im Vergleich zu anderen Merkmalen wie Behinderung oder Alter. Jeder vierte Befragte ist gar dagegen.

Kategorien: Studien

Ehegatten- und Familiensplitting: Was will die CDU?

17. Januar 2007 · Kommentar schreiben

Nach Berichten von tagesschau.de arbeitet das CDU-geführte Familienministerium am Ehegattensplitting. Dem Bericht kann man aber leider nicht entnehmen, was genau sich Ministerin von der Leyen vorstellt.

Zwanzig Prozent der Gelder aus dem Ehegattensplitting gingen an Paare
ohne Kinder, andererseits wachse aber jedes vierte Kind nicht in einer Ehe
auf, soll von der Leyen zur Zeitung „Mannheimer Morgen“ gesagt haben. Gleichzeitig soll ein Sprecher betont haben, dass das Ehegattensplitting nicht zur
Disposition stünde, es gehe um eine Erweiterung um eine Familienkomponente.

Das klingt dann wiederum so, als ginge es nur um eine Unterscheidung von kinderlosen Eheleuten und verheirateten Paaren mit Kindern! Bei der Einkommenssteuer die Kinder zu berücksichtigen statt den Familienstand und so auch Unverheiratete in das Splitting miteinzubeziehen, wäre meiner Meinung nach eine viel vernünftigere und aufgeklärtere Herangehensweise und gleichzeitig ein wichtiger Schritt für schwule und lesbische Eltern, denen die Ehe sicher auf längere Zeit noch verwährt bleiben wird. Aber irgendwie sieht es danach aus, als würden die 25 Prozent der Kinder, die nicht in Ehen aufwachsen, doch weiter außen vorgelassen.

Siehe auch das hier

Kategorien: 1:1 · CDU/CSU · Steuerrecht

Hamburg: Homophobes Schild am Auto war Volksverhetzung

7. Januar 2007 · Kommentar schreiben

„Stoppt Tierversuche, nehmt Kinderschänder, Asylanten, Schwule“ - nach Ansicht eines Hamburger Richters ist dieser Spruch Volksverhetzung. Solche Aussagen diskriminierten, beleidigten und bedrohten ganze Bevölkerungsgruppen. Der Autofahrer wurde zu 4.500 EUR Geldstrafe verurteilt, und ich bin froh, dass Deutschland ein Rechtsstaat ist, in dem Volksverhetzung (vielleicht nicht immer, aber sicher öfter als anderswo) ernst genommen wird.
(via queer.de)

Kategorien: Uncategorized

International: Kanadische Provinz muss für Jungen alle drei Elternteile anerkennen

4. Januar 2007 · Kommentar schreiben

Das Oberste Gericht von Ontario hat entschieden, dass die kanadische Provinz für einen Jungen alle drei Elternteile offiziell anerkennen muss. Der Junge lebt bei seinen lesbischen Müttern und hat Kontakt zu seinem biologischen Vater, einem Freund des Mütterpaares. Die geltenden Gesetze hatten es ihnen nicht ermöglicht, alle ihre Vorstellungen unter einen Hut zu bringen. Beispielsweise wäre eine Adoption durch die nichtleibliche Mutter nur auf Kosten der Rechte des Vaters möglich gewesen, was auch nach Ansicht des Gerichtes im vorliegenden Fall nicht im Sinne des Jungen gewesen wäre. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass das geltende Recht nicht mit der gesellschaftlichen Entwicklung schrittgehalten hatte, und entschied im Sinne der Familie.
(via 365gay.com)

Kategorien: Adoption · International