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Bundeswehr diskriminiert Hotel aus Furcht vor Homo-Image

24. Juli 2006 · Kommentar schreiben

„Die Präsenz von Angehörigen der Bundeswehr in diesem einschlägigen Viertel werde so Dritten gegenüber vermittelt.“

Die Bundeswehr möchte ihre Soldaten nicht in schwulen Gegenden übernachten lassen, heißt es dem Spiegel zufolge in einem Ministeriumsschreiben an den Petitionsausschuss. Daher sei ein Hotel, dessen Service ansonsten anstandlos war, von der internen Liste gestrichen worden. Die Soldaten, in Uniform und zu Fuß unterwegs, könnten ja gesehen werden, heißt es.

Die Begründung scheint hier zu Ende, aber als halbwegs intelligenter Mensch fragt man sich dennoch: Wo ist jetzt das Problem? Hat die Bundeswehr Angst, dass sogenannte anständige Bürger die Armee dann für einen Sündenpfuhl halten könnten? Oder findet man es stattdessen im CDU-geführten Ministerium eine Zumutung, in einem schwulen Viertel untergebracht zu werden? Was auch immer die Beweggründe sein mögen, eines ist klar: Die Chance, sich als offene und tolerante Armee zu profilieren, die kein Problem damit hat, zu seinen schwulen Landsleuten Kollegen und Landsleuten zu stehen und sich wie selbstverständlich auch im Schwulenviertel zu zeigen, ist vertan. Lieber entscheidet man sich für Diskriminierung.

Update: Friedbert Pflüger von der CDU möchte gern im September Klaus Wowereit als Berliner Bürgermeister ablösen. Um schwullesbische Stimmen zu gewinnen, präsentierte er sich zuletzt auf dem CSD als Unterstützer der Gleichberechtigung. LSVD und SPD haben Pflüger nun daran erinnert, dass er Staatssekretär im Verteidigungsministerium ist. Und tatsächlich, das ist doch die perfekte Chance zu beweisen, dass er es ernst meint mit der Unterstützung.

Kategorien: CDU/CSU

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